Karl Schagerl, Senior
(13.06.1929 – 13.05.2021)

Our Founder, Karl Schagerl, Senior, a visionary mind and inspiration,  left the Schagerl Family today.

You passed on your love for music and people to us, we will always be grateful for that.

We will miss you infinitely,  but know that you will forever be in our hearts.

Werdegang

Karl wurde am 13. Juni 1929 geboren.

Ab 1935 besuchte Karl die Volksschule und von 1938 bis 1943 die Hauptschule Mank. Nebenbei musste er bei der Landwirtschaft seiner Eltern tatkräftig mithelfen.

Mit 9 Jahren, im Juni 1938 gingen seine Eltern mit ihm zur Aufnahmsprüfung in die neu gegründete Musikschule, um Geige zu lernen und bald kam auch das Akkordeon dazu. Seine Begabung wurde erkannt und was im finanziellen Rahmen möglich war wurde ihm zugestanden.

Ab 1939 bekam er eine Ausbildung für Schlagzeug und ab 1940 lernte er bei Kapellmeister Schubert auch Bassposaune. Die baldige Mitgliedschaft bei der 1. Jugendmusikkapelle in Mank bereitete ihm große Freude.

Karls Berufswunsch war Elektrotechniker oder Instrumentenmacher zu werden. Nach dem Schulabgang war es durch den Krieg unmöglich einen Lehrplatz zu finden. Auch waren die Jahre um und nach dem Krieg von Not und Armut geprägt, dadurch musste er seinen beruflichen Wunsch vorerst aufgeben.

Von 1948 bis 1951 erlernte er bei Meister Josef Dollfuß in Mank, das Wagnergewerbe.

Das Musizieren wurde immer mehr zu einem sehr großen Bestandteil seines Lebens. Bald schon bei der Musikkapelle Mank und ab 1947 wurde er Trompeter bei der berühmten Tanzkapelle „Tönende Sieben“.

Ab 1952 wurde er selbst Kapellmeister der Musikkapelle Mank. Zum Einladen der Musiker für die diversen Auftritte oder Ausrückungen fuhr er mit dem Fahrrad zu jedem einzelnen Musiker- oft bis nach Plankenstein.

Am 3. März 1953 erhielt Karl einen neuen Arbeitsplatz in der Molkerei Mank.

1953 wurde er nach Leo Gansch- dem Bruder von Hans Gansch senior, neuer Kapellmeister der Tanzkapelle „Tönende Sieben“

1956 absolvierte er die Kapellmeisterprüfung und seine Tätigkeit als Kapellmeister der Musikkapelle Mank und bei der Tanzkapelle T7 erfolgte bis 1964.

Um auch im beruflichen Arbeitsfeld weiter voranzukommen absolvierte er 1958 einen 8-monatigen Käsereikurs in Holland.

Im Anschluss daran besuchte Karl die Bundeslehranstalt für Milchwirtschaft in Wolfpassing. Dies war eine sehr strenge und anspruchsvolle Ausbildung. Er absolvierte diese ausgezeichnet und nahm sowohl beruflich als auch für sich persönlich sehr viel davon mit. Die gesunde und bewusste Ernährung war ihm stets ein großes Anliegen und er war mit seinen Ansichten bestimmt oft seiner Zeit voraus.

Trotz der aufwendigen Ausbildung zum Molkereimeister hatte er seinen ersten Berufswunsch nie vergessen. Sein Ziel war neben der Arbeit in der Molkerei auch einen Handel mit Musikinstrumenten zu eröffnen.

Dies konnte er am 25.Juli 1961 mit dem Gewerbeschein zum Handel mit Musikinstrumenten verwirklichen. Mit dem Verkauf von neuen Instrumenten und einem immer größer werdenden Kundenkreis stellte sich der Bedarf von Reparaturen der Instrumente ein. Er bewies großes Geschick und Interesse dies auch selbst zu bewerkstelligen und somit begann zusätzlich eine rege Tätigkeit auf dem Reparatursektor der Instrumente im Haus Nr. 7 in Hörsdorf.

Wenn die umliegenden Kapellen einen Musiker benötigten, war er als Aushelfer mit dem Flügelhorn oder der Trompete gern zu Stelle.

In Summe waren es ca. 20 verschiedene Musikkapellen wo er aushilfsweise mitwirkte. Die Freude am Spielen mit einem Instrument und der Kontakt mit den Musikkollegen war ihm die Mühe immer wert. Die Anreise zu den Veranstaltungen erfolgte lange noch mit dem Fahrrad oder Zug und erst in späteren Jahren mit dem Motorrad. Er war stets dankbar, dies erlebt haben zu dürfen. In den 50-er Jahren spielte er pro Jahr ca. 50 mal.

Neben dem Arbeiten in der Molkerei und dem Musizieren unterrichtete er im  Zeitraum von 1948 bis 1964 ca noch 50 Schüler für den weiteren Bläsernachwuchs für die Musik in Mank.

Seine Unterrichtstätigkeiten wurden alle unentgeltlich von ihm durchgeführt. Zusätzlich kümmerte er sich noch um gute Qualität und Stimmung der Instrumente seiner Schüler.

Im Jahr 1967 absolvierte er die  Musiklehrerprüfung im Fach Klarinette.

Von 1967 bis 1968 war er als Musiklehrer in der Musikschule Melk tätig.

Das aktive musizieren bei der Musikkapelle Mank beendete er im Jahre 1964 und auch die  Tanzkapelle „T7“ wurde aufgelöst.

Die Pflege der guten Beziehungen zu Musikkollegen war ihm stets ein wichtiges Anliegen und so entwickelten sich viele Kollegen zu treuen Kunden.

Die Räumlichkeiten zu Beginn der gewerblichen Tätigkeit waren sehr bescheiden und 1965 konnten sie im Haus Hörsdorf 22  4 Räume beziehen.

Im Jahr 1972 beendete Karl das Arbeitsverhältnis zur Molkerei Mank, beide Berufe waren nicht mehr zu bewältigen. Seine Vollzeitbeschäftigung in der Firma erlaubte nun auch seine Frau anzustellen und als erste Mitarbeiterin wurde Frau Dollfuß Leopoldine ab 1974 im Betrieb beschäftigt.

Im Jahr 1963 wurde ihm von Musikkollegen Robert Göbl der Chorleiterposten des Gesang und Musikvereins Mank angeboten. Dieses Amt hat er mit großer Hingabe fast drei Jahrzehnte inne gehabt. Der Chor vergrößerte sich und neue Mitglieder und Gesangssolisten kamen dazu. Auch gelang es ihm das Musikvereinsorchester zu aktivieren und es folgten viele Weltliche und Kirchliche Auftritte. In den 28 Jahren erarbeiteten sie gemeinsam ein großes Repertoire.

1991 verfasste Karl ein Buch mit dem Titel „Kirchenmusik in Mank“ wo er sich sehr umfangreich dem Thema widmet.

Von 1980 bis 2000 war er als Bratschist Mitglied beim Lehrerorchester Melk-Scheibbs und auch als langjähriges Mitglied bei Musica Spontana tätig.

Im Jänner 1987 gründeten ehemaligen Manker Musik-Kollegen die Kapelle REUNION T7. Er wurde wieder zum Kapellmeister bestellt und in dieser Besetzung spielten ca. 20 Musiker bis 2001 auf verschiedenen kleinen Feierlichkeiten.

1989 mit sechzig Jahren übergab er die Leitung der Firma an seinen Sohn Karl.

Er arbeitete aber weiterhin noch viele Jahre tatkräftig in der Firma mit.

Seine Begeisterung und die Fähigkeiten die er sich mit seinem unermüdlichem Forschergeist und Wissensdrang im Bereich von Entwicklung und Verbesserung von Blas- und Streichinstrumenten aneignete gab er an seine Söhne Johann und Robert weiter.

Er unterstützte und motivierte Robert ab Beginn der Neunzigerjahre beim Entwickeln seiner ersten Trompeten und Flügelhorn Modelle. Das Flügelhorn wurde dann so gut, dass auch sein ehemaliger Lehrling aus der Molkerei Mank „Hans Gansch“ inzwischen Solotrompeter der Wiener Philharmoniker darauf aufmerksam wurde.

Kurze Zeit später besuchte uns dann sein Vater Hans Gansch sen., ehemaliger Musikkollege und damals Kapellmeister der Stadtkapelle Melk mit seinem damals 15zenjährigem Sohn Thomas und erwarb für ihn ein Flügelhorn aus dieser Serie.

In weiterer Folge wurden dann auch die Trompeten mit der wertvollen Hilfe unseres Freundes Hans Gansch auf höchstem Niveau entwickelt. Welches in weiterer Folge viele Orchester auf der ganzen Welt veranlasste auf Schagerl Trompeten zu wechseln. Karl war oft dabei und mit seinen guten Ohren und mit seinem profunden Wissen immer ein guter Ratgeber. Karl und Hans  Gansch kannten sich über 60zig Jahre und ihre Beziehung war von gegenseitigem Respekt und Freundschaft geprägt.

Eine weitere große Leidenschaft von Karl waren die Streichinstrumente, auch hier wurden zahlreiche zahlreiche Violinen, Celli, Kontrabässe und sogar zwei barocke Gamben gebaut. All dies verwirklichte Karl mit seinem Sohn Johann, der ihm hier ein kongenialer Partner war.

Besonders stechen hier zwei Bratschen aus dem Jahr 1990 hervor. Die Maße für die Instrumente wurden davor von Karl persönlich und per Hand von der „MacDonald“ genannten Bratsche von Antoinio Stradivari entnommen, da er den damaligen Besitzer, den Bratschisten des weltberühmten „Amadeus-Quartetts“, Peder Schidlof, persönlich kannte.

Johann fertigte danach die beiden exzellenten und wunderschönen Nachbauten an.

Karl Senior war auch immer mit Freude und Begeisterung bei allen großen und kleinen Firmen feiern und Veranstaltungen dabei, besonders zu erwähnen wäre hier das 40zigjährige Bestandsjubiläum im Jahr 2001. Welches mit zwei großartigen Konzertabenden zusammen mit Freunden und Künstlern im Stadtsaal Mank gefeiert werden durfte.

2008 folgte dann das erste große Internationale Brass Festival in Mank.

Das 50zigjährige Bestandsjubiläum der Firma Schagerl im Jahre 2011 konnte im Rahmen des zweiten großen Brass Festivals im Stift Melk gemeinsam gefeiert werden.

Dies war natürlich eine außergewöhnliche Ehre für die gesamte Familie.

2014 erfolgte wieder im Stift Melk, das dritte Internationale Brass Festival.

Eine besondere Freundschaft entwickelte sich durch diese Veranstaltungen im Stift Melk zum langjährigem Chef der Kultur und Tourismus Abteilung, Pater Martin Rothender. Dies war für Karl in seinen letzten Lebensjahren eine sehr große Bereicherung, da Karl Junior gemeinsam mit Pater Martin viele schöne musikalische Projekte verwirklichte und Karl Senior stets als aufmerksamer Zuhörer mit großer Begeisterung dabei war.

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